06/2005
SMB News SAP Info, | So kommt das Kraut sicher in die
Tüte
Die Umsetzung der EU- Verordnung 178/2002 zur
Chargenrückverfolgung zum 01. Januar 2005 stellte mittelständische
Lebensmittelhersteller vor große Herausforderungen. So auch die Leuchtenberg Sauerkrautfabrik. Das Unternehmen benötigte
deshalb eine kostengünstige und zukunftssichere betriebswirtschaftliche
Standard- Software sowie ein integriertes System für Produktionsplanung und –steuerung (PPS). Leuchtenberg hat
mit SAP Business One und der Zusatzlösung easyPlan von W-CONCEPT das passende Portfolio gefunden.
Positiver Effekt: Seit Mai 2004 konnte Leuchtenberg
mit SAP Business One die Verwaltungs- und IT-
Betriebskosten deutlich senken.
Die 1861 gegründete Leuchtenberg
Sauerkrautfabrik ist Europas führender Hersteller von Sauerkraut, Rotkohl und
milchsauer vergorenen Schneidbohnen in flexiblen Verpackungen. Das Unternehmen
beliefert mit seinen Produkten Handelsunternehmen in Deutschland (zum Beispiel
Metro, Rewe oder Globus) sowie in den Niederlanden und Belgien. Der
Mittelständler beschäftigt insgesamt 70 Mitarbeiter, davon 55 in der Produktion
und 15 in der Verwaltung.
EU- Verordnung erfordert
zukunftssichere Software
Leuchtenberg arbeitet
nach den Grundsätzen einer strikten Qualitätspolitik, welche sowohl die
Produkte, den Service und die Qualität der internen Unternehmensprozesse
(zertifiziert nach DIN- EN- ISO 9901) als auch die Einhaltung von Hygiene-
Richtlinien nach dem HACCP- Konzept (Hazard Analysis
and Critical Control Points) umfasst.
Hinzu kam, dass die Firma ab Anfang Januar 2005 die EU- Verordnung 178/2002
umgesetzt haben musste, die verlangt, dass der gesamte Prozess der
Nahrungsmittelproduktion lückenlos dokumentiert wird und die Chargen
rückverfolgt werden können. „Daran war mit unserem Altsystem nicht zu denken“,
schildert Joachim Küppers, Geschäftsführer bei Leuchtenberg,
die Situation. Für die Buchhaltung setzte der Sauerkrauthersteller bisher
nämlich ein Unix-basiertes System ein, das speziell auf die Anforderungen und
Prozesse des Mittelständlers zugeschnitten war. „Der Nachteil war, dass die
Software auf jede neue, beziehungsweise geänderte, gesetzliche Anforderung
zeit- und kostenaufwendig angepasst werden musste. Zudem fehlte eine EDV-
gestützte Produktionsplanung und –steuerung.“
Um die Vorgaben der EU- Verordnung termingerecht
zum 01. Januar 2005 erfüllen zu können, beschloss die Geschäftsführung im
Herbst 2003, das bisherige System durch eine zukunftsfähige, standardisierte
und kostengünstig Geschäftssoftware mit integrierter PPS- Software zu ersetzen.
„Außerdem musste die Software unsere Prozesse in Verwaltung und Buchhaltung
verbessern, schnell einzuführen sein und den Datenaustausch mit den Kunden-
Systemen erlauben“, erläutert der Geschäftsführer.
Sämtliche Unternehmensprozesse
abbilden
Der Sauerkrautspezialist sondierte den Markt nach einer geeigneten
Lösung. In die engere Auswahl kamen zwei Systeme anderer Anbieter sowie SAP
Business One in Verbindung mit der PPS- Zusatzlösung easyPlan des SAP Solution Partners W-CONCEPT. Leuchtenberg entschied sich für die SAP- Lösung. „Damit
können wir sämtliche Unternehmensprozesse, ob Einkauf, Verkauf oder Produktion,
transparent darstellen und Datenflüsse über die einzelnen
Unternehmensbereiche hinweg durchgängig abbilden“, begründet Küppers die
Entscheidung.
Mit easyPlan ist die Chargenrückverfolgung bereits im
Standard möglich. Zudem können an die Zusatzlösung mobile Scanner in Form von
PDAs angebunden werden. Das war für Leuchtenberg
insofern wichtig, da aufgrund vieler Wareneingänge und Umlagerungen (zum
Beispiel im Zusammenhang mit dem Nachgären des Sauerkrauts) eine manuelle
Erfassung der Artikel, Mengen und Chargen nicht möglich war. Außerdem ist die
Software einfach und benutzerfreundlich zu bedienen, was Geschäftsleitung und Mitanbieter letztendlich überzeugte.
Schnelle Implementierung ist
keine Hexerei
Um möglichst wenige interne personelle Ressourcen zu binden,
implementierte das Unternehmen die SAP- Mittelstandslösung
und die PPS- Lösung easyPlan zeitlich versetzt ab
Januar 2004. Mit der Einführung von SAP Business One
beauftragte Leuchtenberg den SAP Business Partner
Steeb Anwendungssysteme.
Bereits ab März 2004 arbeitete Leuchtenberg nach
kurzer Einführungszeit produktiv mit SAP Business One.
Aufgrund firmenspezifischer Besonderheiten wurden einige Anpassungen vorgenommen,
die SAP Business One im Standard nicht abbildete.
Dazu gehörten neben Formularen und Lieferscheinen auch Rabattstaffeln mit
mehrfach gelagerten Rabattierungen, eine mehrstufige Provisionsfindung und –abrechnung sowie die EDI- Anbindung an den Handelskonzern
Metro. Eine der größten Herausforderungen war laut Joachim Küppers die
Übernahme der Stamm- und Bewegungsdaten aus dem Altsystem, die diese nicht in
einem Format zur Verfügung standen, das von SAP Business One
unterstützt wird. Um diese Aufgabenstellung zu lösen, wurden die
Datenbankinhalte konvertiert und danach mit der Data Transfer Workbench (DTW) in SAP Business One
eingespielt. Die anschließende Einführung von easyPlan
übernahmen der SAP Solution Partner W-CONCEPT. Auch diese verlief reibungslos.
Derzeit arbeiten bei Leuchtenberg neun User mit SAP
Business One und sechs User mit easyPlan.
Mobil erfassen, sauber planen
Der Neusser Lebensmittelhersteller
konnte die Vorteile der installierten Lösung sofort nutzen. Mit mobilen
Scannern, PDAs und WLAN integrierter Scaneinheit erfassen die Mitarbeiter der Leuchtenberg- Sauerkrautfabrik jetzt sämtliche
Warenbewegungen vom Eingang bis zur Entnahme für die Produktion. Außerdem
erzeugt das System eine NVE (Nummer der Versandeinheit) mit EAN- 128-Codierung,
die mit den Lieferscheinen aus SAP Business One
verknüpft wird. „Damit verfolgen wir alle Chargen bis zur einzelnen Palette
zurück“, erklärt Küppers. Die mobil erfassten Daten werden täglich verbucht,
danach werden die entsprechenden Lagertransaktionen in SAP Business One durchgeführt. „So haben wir jederzeit die Kontrolle
über sämtliche Warenbewegungen“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Da die
Produktionsdaten komplett angebildet werden, sorgt
das beispielsweise bei der Lagerhaltung, für zusätzliche Transparenz. „Wo wir
früher den Wareneinsatz für eine Produktion lediglich grob geschätzt haben,
können wir ihn jetzt schon genau bestimmen, während die Produktion noch läuft“,
beschreibt Joachim Küppers die Vorteile. „Damit sind Distributionen, Vorkalkulationen
und Einkauf exakt planbar, und das senkt die Kosten.“
Das Unternehmen zuverlässig
steuern
Aufgrund der durchgängigen Informationsflüsse und des in SAP
Business One integrierten Berichtswesens erhält die
Geschäftsleitung betriebswirtschaftliche Auswertungen sowie
Unternehmenskennzahlen zu Gewinn und Verlustrechnung, Cash-flow
und Liquidität „auf Knopfdruck“. Individuelle Berichte sind laut Küppers über
die komfortabeln Drag&Relate-
sowie XML-Export-Funktionen möglich. „Wir können jetzt Unternehmensbestände aus
verschiedenen Perspektiven exakt bewerten und die künftige Unternehmensplanung
besser steuern“, sagt er. Leuchtenberg will künftig
auch Vertriebszahlen nach Umsatz und Gebiet aufschlüsseln und dies mit einer in
SAP Business One integrierten Controlling- Lösung
realisieren.
Ablaufgeschwindigkeit hoch-
Kosten runter
„Für die Leuchtenberg Sauerkrautfabrik
hat sich die Investition in SAP Business One und easyPlan in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt“, verdeutlicht
Joachim Küppers. Wichtige Daten und Buchungen müssen nur einmal erfasst werden,
was Redundanzen vermeidet und die Datenqualität erhöht. Dadurch reduzierte der
Mittelständler den Verwaltungsaufwand und somit auch die Zahl der Überstunden
um zehn bis 15 Prozent. „Allein im Personalbereich sanken die Kosten um etwa
zehn Prozent“, berichtet der Geschäftsführer stolz. Der Sauerkrautproduzent
verringerte überdies mit der SAP- Software die laufenden IT- Betriebskosten
(Wartung und Pflege) im Vergleich zum Altsystem um etwa 15 bis 20 Prozent.
Die abschließende Bilanz von Joachim Küppers
fällt deshalb rundum positiv aus. „Wir haben mit der SAP- Lösung alle Chargen
im Griff. Die Prozesse wurden transparenter gestaltet und beschleunigt sowie
Kosten deutlich gesenkt. All dies gibt uns Raum, um die herausragende Qualität
unserer Produkte im Sinne der Verbraucher weiterzuentwickeln.